pomodori im märz

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via http://legid.tumblr.com/

Wie zwei kleine Salamander suhlen wir uns in der Sonne. Vielleicht meine ich auch Eidechsen, mittlerweile kenne ich den Unterschied nicht mehr, ohne mich auf die drei allwissenden Buchstaben zu stützen. Wärme hüllt uns ein wie ein Kokon, ein Raum der sich fern von Zeiten und Menschen auftut.
Das Wellenorchester spielt uns seine heftigste Sonate und taucht die gesamte Umgebung in das bestimmende Konzert.

Sizilien im März, ein langer Ausflug nach Stazzo. Die Straßen dieser Stadt, die eigentlich keinen Namen hat, sind leergefegt und gesäumt von schwarzen Lavasteinen, gegen die hin- und wieder ein leuchtend weißer Wellenbogen prallt. Manchmal fahre ich mir über die Lippe und schmecke das Salz.

„Um diese Zeit sind hier keine Touristen“ sagt Saro, als er uns auf der Straße aufsammelt um uns in die nächste Stadt zu fahren.
„Deswegen sind wir hier“ murmele ich und will eigentlich nicht, dass er mich versteht. Er kenne das – mit dem Trampen. Aus seinen Aufenthalten in Thailand. Dort gäbe er im Winter Tauchkurse,die er im Sommer auf Sizilien fortsetzt. Winterkleidung besäße er keine mehr. Ich höre J. aufstöhnen.

Wir sind an dem Punkt angekommen, an dem ein selbstbestimmtes Leben, inklusive Freiheit minus Sicherheit uns aufstöhnen lässt. Wenn eine menschenleere Insel einem ein neuentdecktes Paradies bietet, nachdem man sich im Schlaraffenland der Sinne bis zum Erbrechen vollgestopft hat.

Die Wege winden sich und wechseln sich ab mit Zitronen- und Orangenhainen, inmitten derer herrschaftlich-heruntergekommene Häuser stehen. ‚Vende’ prangt es rot von den Toren. Dazwischen eine Mülltonne im Initiallook von LVMH, hinter der Jugendliche uns mit starrem Blick angucken. Förmlich starren. Wie zwei Fremdkörper. Was wir sind.

Autos aus früheren Zeiten brausen an uns vorbei, während wir die Straße entlanglaufen und hypnotisiert vom Grün sind, dass sich vor uns, neben uns erstreckt. Manchmal leuchtet weit in der Ferne die Schneespitze des Etna auf, die einen daran erinnert, wer die Insel eigentlich regiert, unabhängig der Cosa Nostra. Die glühende Frau, geliebt und gefürchtet, liegt ruhig in der Ferne bis sie sich wieder dazu entscheidet ihre Bewohner ihre Macht spüren zu lassen. Der Aberglaube ist groß, einzig der christliche Glaube noch größer.
Kleine Fenster mit Heiligenbildern und Blumen bilden eine Alliteration unseres gewundenen Weges. Fernab der großstädtischen Agnostik, gepaart mit einem trübenden Realismus fühlt man sich geneigt diese Eigenarten als „süß“ zu titulieren und als beruhigend zu befinden. Meine, unsere Gedanken schweifen immer wieder ab. In die Kindheit, an ferne Orte, als die Gedanken frei und ungeformt waren.

Der Nebel löst sich und man taucht tief ein, in das Tosen des Meeres und in die Ruhe der Gedanken.

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