MorgenGrauen

tandundtalmi:

VON KRISTINA

Im Morgengrauen erwacht die Nacht, mit ihr erwache ich. Am Fenster glänzt es grau durch das Efeu hindurch, heller als noch vor einer Stunde. Es ist heiß, die Heizung läuft auf voller Stufe – mein Atmen klebt in den Lungen. Neben mir ein fremder Körper, der sich unregelmäßig durch den Schlaf atmet. Verhalten bewege ich mich aus dem geteilten Bett, in dem es mir zu eng wird. Ich kenne die Zweisamkeit nicht mehr, ich will sie nicht anerkennen. Die Küche riecht nach letzter Nacht, im Rotweinsatz lösen sich die Zigarettenstummel von ihrem Filter während ich versuche die Spuren zu beseitigen und mich zu meiner Bialetti durchzukämpfen. Die einstudierten Bewegungen – das Aufschrauben der Maschine, Einlassen des Pulvers und der alles übertünchende Geruch von Kaffee – beruhigen mich. Das warme Holz schmiegt sich an meine Haut, während ich der Maschine beim kochen zusehe. Ich schließe meine Augen um dem Schwindel zu entgehen, der mich überkommt. Ich will zu meiner Tür heraus, raus aus dem Moment, der mich gefangen hält, der schwer auf mir haftet, obwohl er doch so leicht sein sollte…

“Hast du auch Tee da?”, grinst es aus dem Türrahmen und der Schwindel schwindet dahin.

Danke!

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